Die Amelungsburg ist ein 296 Meter hoher Berg, an dessen Südwestseite sich eine kleinere Befestigung befindet. Der Name taucht 1496 zum ersten Mal in einer Urkunde der Stadt Lemgo auf. Sprachgeschichtlich ist die Bezeichnung vom Vornamen Ameling abgeleitet, es ist also der Berg oder die Burg des Ameling/Amelung. Der Vorname kommt häufiger vor, Bezüge zu einzelnen Adelsfamilien verbieten sich deshalb. Da die Bezeichnung aber erst so spät überliefert ist, könnte sie auch von einer anderen Siedlungsstelle auf den Berg übertragen worden sein.
Quelle: Lippisches LandesmuseumSichtbar ist vor allem ein 130 Meter langer Wall nebst einem kleinen Graben. Eine archäologische Untersuchung im Jahr 1947 erbrachte keine datierenden Funde. Bis heute ist unklar, worum es sich bei dem Wall handelt. Eine Vermutung ist, dass hier im Frühmittelalter eine Art Bewachung des Wegesystems stattfand. Vermutet wurde aber auch eine Funktion als Vorbefestigung zum Piepenkopf. Vorerst wird es bei Vermutungen bleiben müssen, denn die Reste sind nicht gefährdet und eine Grabung daher nicht vorgesehen.
Quelle: Lippisches Landesmuseum
Quelle: Repro Wikimedia Commons, gemeinfreiWann sollten Archäologen eine Grabung durchführen?
Rätselhafte Strukturen wie auf der Amelungsburg scheinen geradezu wie gemacht für eine moderne archäologische Grabung. Doch dürfte es in näherer Zukunft keine geben, denn der Befund ist nicht gefährdet. Das bedeutet, was möglicherweise an Erkenntnissen in der Erde schlummert, wird dort auch später noch zu finden sein. Spätere Generationen werden aber vermutlich über verbesserte technische Möglichkeiten verfügen. Vielleicht müssen sie überhaupt keine Grabungen mehr unternehmen, sondern können alle unterirdischen Funde und Befunde bildlich darstellen. Und selbst wenn es später zu einer Ausgrabung kommen sollte, werden die Archäologen von morgen wieder mehr wissen als wir heute und können Funde und Befunde wahrscheinlich besser bestimmen als wir jetzt.
„Nicht gefährdet“ ist aber eine Kategorie, die sich bei Bodendenkmälern leider schnell ändern kann. Wenn Besucher des Berges anfangen, die noch sichtbaren Strukturen zu stören oder mit Metallsonden Funde aufzusammeln, die dann nicht mehr zugeordnet werden können, dann wäre das Bodendenkmal plötzlich in Gefahr. Es liegt also an uns allen, die archäologischen Quellen zu bewahren. Dann liefert die Amelungsburg in Zukunft hoffentlich neue Antworten.
Quelle: 3D Geoportal NRW