Burg Alt-Sternberg

Nur gut 1,5 Kilometer nördlich der Burg Sternberg befindet sich diese weitere mittelalterliche Burganlage, Alt-Sternberg genannt. Der Name ist allerdings nicht mittelalterlich, er wurde der Anlage erst viel später gegeben. Es gibt über sie keinerlei schriftliche Aufzeichnungen, sie kann demnach nur archäologisch erfasst werden. Zu sehen sind drei durch bis zu 12 Meter tiefe und 17 Meter breite Gräben voneinander geteilte Burgbereiche. Eine Hauptburg, eine Vorburg und davor ein Außenwerk. In der Hauptburg wurden 1908 fünf Keller freigelegt, die zwischen 15 und 27 Quadratmeter groß sind. Gefunden wurden neben Keramikscherben auch zwei Münzen, die recht genau datiert werden können. Eine stammt aus den Jahren 1192 bis 1197, die andere aus der Zeit kurz nach 1205. Die ältesten Fundstücke datieren aus dem Ende des 11. Jahrhunderts, so dass die Burg offenbar zwischen 1100 und kurz nach 1200 bewohnt war.

Quelle: Lippisches Landesmuseum
Einer der 1908 frei gelegten Keller.
Quelle: Lippisches Landesmuseum
Eine der beiden mittelalterlichen Münzen, die auf Alt-Sternberg gefunden wurden.
Quelle: Lippisches Landesmuseum

Wer aber hat diese Burg erbauen lassen? Aufgrund der Nähe zur Burg Sternberg vermuteten frühere Forscher, dass die Burg der Vorgänger der dortigen Anlage sei. Nach dem Bau der Burg Sternberg hätten die Besitzer, die Grafen von Schwalenberg, beide Burgen kurzfristig nebeneinander benutzt und die ältere dann aufgegeben. So kam man auch auf den Namen Alt-Sternberg. Sicher ist das aber nicht. Grundsätzlich könnten hier auch Konkurrenten der Schwalenberger gesessen haben, die dann von diesen vertrieben wurden. Eine militärische Zerstörung der Burg Alt-Sternberg kann man aber ausschließen.

Satellitenbild der Wallanlage der Alten Burg Sternberg.

Burgenarchäologie in Lippe

Die Erforschung von Burgruinen gehört seit jeher zu den Aufgaben von Archäologen. Ganz besonders Anlagen, zu denen keine schriftlichen Quellen existieren, wie bei der Alt-Sternberg genannten Burg, wurden schon früh betrachtet. In Lippe suchten frühe Forscher meist nach Befestigungen aus der Römerzeit. 1822 veröffentlichte der lippische Archivar Clostermeier Überlegungen zum Burgenbau unter dem Titel „Wo Hermann den Varus schlug“. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Arbeiten veröffentlicht, die versuchten einen Überblick über den Burgenbau zu geben. Starken Einfluss gewann Carl Schuchhardt (1859-1943), einer der damals bekanntesten deutschen Archäologen, der in Norddeutschland viele Anlagen selbst untersuchte oder von Mitarbeitern untersuchen ließ. In Lippe arbeitete er mit dem Vorsitzenden des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins Otto Weerth (1849-1930) zusammen. Weerth leitete 1908 eine Grabung auf dem Gelände der Burg Alt-Sternberg, deren Ergebnisse er auch veröffentlichte.

Die Wälle der Burg Alt-Sternberg liegen heute im Wald. Sie sind aber, ebenso wie die dazugehörigen Gräben noch gut zu erkennen.