Die kleinen Stufen im Grünland am Hang sind ehemalige Ackerflächen, sogenannte Ackerterrassen. Anpassung an unterschiedlichste Bedingungen war schon immer nötig.
Die Voraussetzungen für Landwirtschaft waren nicht zu allen Zeiten gleich gut. Der natürliche Klimawandel führte zu einem Auf und Ab der Bedingungen. Dieser natürliche Klimawandel ist durch sehr langsame Übergänge gekennzeichnet. Er ist außerdem regional unterschiedlich, die direkten Auswirkungen kann man also nur für einzelne Regionen beschreiben. Zu keinem Zeitpunkt kam es zu einem so schnellen und globalen Klimawandel wie heute.
In der Römerzeit gab es bis etwa 150 nach Christus ein relativ warmes, ausgewogenes Klima mit besten Voraussetzungen für den Ackerbau. Es folgte eine Übergangszeit mit langsam fallenden Temperaturen bis etwa 450. Dann schloss sich bis 700 eine Periode an, die zu kalt und zu nass war. Danach jedoch wurde es kontinuierlich wieder wärmer und auch trockener. Bis 1300 wurden die Voraussetzungen in der Landwirtschaft immer besser, viele neue Dörfer wurden gegründet und sehr viele neue Äcker angelegt. Diese Phase ist als mittelalterliche Klimaanomalie oder als mittelalterliches Klimaoptimum bekannt. Nach 1300 folgte dann eine Übergangszeit mit immer häufiger auftretenden Extremereignissen, wie sie auch heute wieder Schlagzeilen machen. 1302 bis 1307 kam es zu einer europaweiten Dürre, der Überschwemmungen folgten und letztlich 1315 bis 1321 eine der größten Hungerkatastrophen des Mittelalters. Nach 1400 schloss sich dann bis 1800 die sogenannte Kleine Eiszeit an. Es gab viele sehr kalte Winter, manchmal auch kalte Sommer und ab dem 17. Jahrhundert auch häufiger zu nasse Jahre.
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Quelle: Taylors Museum, Haarlem, gemeinfreiGetreideanbau und Ernährung
Auf den meisten früheren Äckern wurde Getreide angebaut. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Brot ist bis heute ein Grundnahrungsmittel für die meisten Menschen in Europa. Laut Pressemitteilungen verzehren wir etwa 40 bis 50 Kilo pro Haushalt und Jahr. Wir decken damit rund 15 bis 20% unseres Kalorienbedarfs. In Mittelalter und Früher Neuzeit lag dieser Wert nach Schätzungen allerdings bei 65 bis 80%. Brot war also für die Ernährung noch ungleich bedeutsamer als heute. Selbst in adeligen Haushalten gehörte es als Sättigungsbeilage zu jeder Mahlzeit. Und in der einfachen Bevölkerung wurde außerdem Getreidebrei gegessen. Der Getreideanbau war hauptverantwortlich für die gesamte Ernährung der Bevölkerung. Äcker, die nicht mehr bearbeitet wurden und daher heute nur noch als Ackerterrassen unter Wald oder Wiesen erscheinen, verweisen auf Krisenzeiten, in denen die Bevölkerung schwand. Wann genau die Äcker aufgegeben wurden, ist eine spannende Frage. Hier bedarf es allerdings noch vieler weiterer Forschungen.
Quelle: 3D Geoportal NRW