Ackerterrassen Teil 2 – Landwirtschaft früher

Quelle: 3D Geoportal NRW
Auf dem Satellitenbild ist die Terrassierung gut zu sehen.

Bevor Menschen in Mitteleuropa Äcker anlegen konnten, mussten sie Wald roden, denn Wald ist fast überall in unseren Breiten die natürliche Vegetation. Das Roden war Handarbeit und extrem mühselig. Angelegt wurden zuerst meist viereckige Blockfluren, die mit einfachen Pflügen oder Hacken bearbeitet wurden. Weil nur sehr wenig Dünger zur Verfügung stand, waren die Erträge kaum steigerbar. Damit der Boden sich erholen konnte, nutzte man eine Drei- oder Vierfelderwirtschaft, bei der immer ein Feld unbestellt war. Erst mit der Erfindung weiterentwickelter Beetpflüge, die die Scholle (das Erdstück) in eine Richtung wendeten, konnten Flurstücke in Hanglage bestellt werden. Gewendet wurde immer zum Hang hin, um die Bodenerosion aufzuhalten. Oft wurden auch kleine Terrassen angelegt. Wurden solche Äcker wieder aufgegeben, blieben Spuren davon als Ackerterrassen zurück.

Im Laufe der Zeit legte man dann immer häufiger Hufendörfer mit handtuchartigen langen Flurstücken an. Auf diesen Äckern musste man den nun schwereren Pflug nur selten wenden. Gepflanzt wurden Gerste, Roggen und Hafer, die unempfindlich gegen Kälte und Dauerregen sind. Nur auf besonders fruchtbaren Böden säte man Weizen aus. Die Möglichkeit, mineralischen Dünger zu verwenden, erhöhte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dann die Erträge sehr stark.

Quelle: Jonathunder, WikimediaCommons CC BY-SA 3.0.
Ein alter Beetpflug mit zwei Scharen. Bei dieser Bauart wird die Scholle immer zu einer Seite geworfen.
Quelle: WikimediaCommons gemeinfrei
Guano aus Vogelexkrementen auf den Gardner-Felsen, Hawaii. Guano enthält sehr viele Phosphate und wurde deshalb seit 1845 als Düngemittel genutzt.

Was wissen Archäologen und Historiker über die frühere Landwirtschaft?

Noch um 1800 lebten in Mitteleuropa fast 80% der Menschen auf dem Land. Die meisten von ihnen waren irgendwie in der Landwirtschaft tätig. Da Landwirtschaft dementsprechend eine sehr hohe Bedeutung hatte, wurde schon früh vieles verschriftlicht. Historiker verfügen schon für die Zeit seit etwa 1100 über relativ viele Quellen zum Ackerbau. In Handschriften finden sich auch Bilder, die zeigen, wie man seit dem Mittelalter auf den Feldern gearbeitet hat. Geht man allerdings weiter zurück, dann fließen die Schrift- und Bildquellen nur noch sehr dürftig. Archäologen finden aber auch für diese frühesten Zeiten landwirtschaftliche Gerätschaften, die einen Einblick in die Arbeitswelt erlauben. Es gibt außerdem eine spezielle Archäobotanik. Dabei werden Früchte, Samen, Pollen und Sporen bei archäologischen Grabungen gesammelt und anschließend im Labor untersucht. Insbesondere Pollen als Überbleibsel ehemaliger Kulturpflanzen können zugewiesen werden und verraten, wer, wann, was angebaut hat.