Die vermutlich bekannteste Sehenswürdigkeit Lippes ist das 1875 eingeweihte Hermannsdenkmal. Es entstand auf private Initiative des Bildhauers Ernst von Bandel mit Hilfe von Spendengeldern. Bandel, der seine Planungen schon lange zuvor begonnen hatte, wollte an den Cherusker Arminius (falsch übersetzt Hermann) erinnern, weil der angeblich die Germanen vereinte. Ein deutscher Einheitsstaat schwebte auch Bandel vor. Und als Deutschland tatsächlich 1871 zu einem Kaiserreich wurde, begrüßte Bandel das und widmete sein Denkmal dem neuen Staat.
Der erste Kaiser, Wilhelm I., war allgemein sehr angesehen. Sein Enkel, Wilhelm II., wollte das nutzen, um das Kaiserreich und damit auch sich selbst zu überhöhen. Er förderte die Verehrung seines Großvaters. Die preußische Provinz Westfalen entschloss sich, Wilhelm I., ein Denkmal zu setzen. Wie das Hermannsdenkmal, das über Detmold thront, sollte der Kaiser weithin sichtbar sein. Da bot sich der Weserdurchbruch an der Porta Westfalica an. Vollendet wurde das Denkmal 1896. Das Kaiserstandbild ist 7 Meter hoch und damit deutlich kleiner als die gut 26,5 Meter hohe Figur des Cheruskerfürsten in Detmold. Dafür überragt die Gesamtanlage auf der Porta Westfalica mit 88 Metern ihr Gegenüber in Lippe, das „nur“ rund 53,5 Meter hoch ist. Gut zu sehen sind beide.
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Quelle: Lippisches LandesmuseumNationaldenkmäler und Bodendenkmäler – eine besondere Verbindung
Die nach 1871 eingeweihten Nationaldenkmäler des Kaiserreiches sollten möglichst gut sichtbar sein. Sowohl das Hermannsdenkmal als auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal erfüllen diese Anforderung. Die Wahl des Standortes wurde allerdings in beiden Fällen durch das Vorhandensein frühgeschichtlicher Befestigungen unterstützt. Auf der Grotenburg, die das Hermannsdenkmal trägt, finden sich mit dem Kleinen und Großen Hünenring (auch selbst als Grotenburg bezeichnet) gleich zwei historische Befestigungen. In Lippe war man sicher, dass diese Befestigungen aus der Zeit des Arminius stammen würden. Heute wird der Große Hünenring auf das 3. Jahrhundert nach Christus datiert, während der Kleine Hünenring wohl eher ins Frühmittelalter gehört.
Auch auf dem Wittekindsberg, auf dem das Kaiser-Wilhelm-Denkmal steht, findet sich eine Befestigung. Vor Ort brachte man sie mit dem sächsischen Gegenspieler Karls des Großen, Widukind (oder niederdeutsch Wittekind) in Verbindung. Wie wir heute wissen wurde die Wallburg in der vorrömischen Eisenzeit im 3. Jahrhundert vor Christus erbaut.