Als Piepenkopf wird eine Befestigung bezeichnet, die rund 7 Hektar umfasst und im Gelände durch flache Erdwälle noch erkennbar ist. 1939 unternahm Leo Nebelsiek eine archäologische Untersuchung, die jedoch kaum Aufschlüsse über die Nutzung der Anlage lieferte.
Auch Friedrich Hohenschwert kam 1966 bei seinen Forschungen zu keinem klaren Ergebnis. Der Piepenkopf konnte zwar ungefähr datiert werden, blieb aber ansonsten ein Rätsel. Seit 2017 führt das Lippische Landesmuseum ein neuerliches Grabungsprojekt durch. Partner ist dabei die Universität Cardiff in Wales, die bei jährlichen Grabungen auf dem Piepenkopf ihre Studenten ausbildet. Jede Grabungskampagne dauert daher nur rund vier Wochen, dann müssen die britischen Wissenschaftler zurück an ihre Universität. Dennoch konnten viele spannende neue Einsichten gewonnen werden. Der Berggipfel trug nicht nur Wallbefestigungen, er war auch besiedelt.
An einigen Stellen der Befestigung lassen sich erhebliche Brandspuren nachweisen, die auf die Zeit um 250 v. Chr. zurückgehen. Die Geschichte der Burg ist jedenfalls komplexer als bisher gedacht. Ihre Erforschung könnte beispielhaft sein auch für eisenzeitliche Befestigungen in anderen Teilen Europas.
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Quelle: Lippisches Landesmuseum
Quelle: Tsungam WikimediaCommons CC BY-SA 4.0Wälle und Mauern – Befunde in der Archäologie
Mit archäologischen Ausgrabungen werden vor allem Funde verbunden. In Ausstellungen werden den Besuchern Stücke aus den unterschiedlichsten Materialien gezeigt. Was aber sind Befunde, geht der Archäologe dabei zum Arzt? Die Grabungen auf dem Piepenkopf können die Frage beantworten. Während es sich bei Funden um Einzelobjekte handelt, die nicht an einen Ort gebunden waren und sind, spricht man von einem Befund bei den ortsgebundenen Freilegungen. Das sind insbesondere Gebäudereste, Mauern und Wälle, aber auch Erdschichten gehören dazu, genau wie Verfärbungen, die durch verrottendes Holz o. ä. entstanden sind. Wichtig ist, dass die freigelegten Strukturen menschengemacht sind. Befunde müssen zwar oft durch kleinere Fundstücke, insbesondere Keramik, datiert werden, sind aber für die eigentlichen historischen Aussagen mindestens genauso bedeutend. Wenn man wissen möchte, wie auf einer Burg wie dem Piepenkopf gelebt wurde, dann muss man Funde und Befunde gleichermaßen betrachten.
Quelle: 3D Geoportal NRW