Hügelgräber – Gräber aus der Vorzeit

Schon seit Jahrtausenden bestatten Menschen ihre verstorbenen Familienangehörigen, sie wollen sie nicht den Tieren zum Fraß überlassen. Dabei kann man grob zwei Varianten unterscheiden: Die Verbrennung oder das Körpergrab. In beiden Fällen wird der Verstorbene beigesetzt, entweder eine Urne oder sein Körper werden unter Erdreich verborgen. Neben dem Vergraben gibt es auch die Möglichkeit, einen Hügel über dem Bestatteten aufzuschütten. Diese Variante der Beisetzung führt zu sichtbaren Grabhügeln, die aber ganz unterschiedlich im Aufbau, in der Größe und der Höhe sein können. Diese Hügelgräber entstammen der Bronzezeit (2000 bis 800 vor Christus). Bis zur späten Bronzezeit, die etwa um 1300 vor Christus einsetzt, handelte es sich in Lippe um Körpergräber mit einzelnen Beigaben. Meist wurden die Verstorbenen in Hügelgruppen bestattet, aber es gibt auch Einzelgräber. In der späten Bronzezeit ging man dazu über, die Toten zu verbrennen und die Asche in Urnen beizusetzen. Dahinter verbargen sich vermutlich andere geistig-religiöse Vorstellungen. Die Grabhügel bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Die älteren haben am Fuß oft eine Begrenzung aus Steinen, einem Pfostenring oder einem Graben. Nicht auffindbar sind bisher die Siedlungen, aus denen die Bestatteten stammten. Sie dürften im fruchtbaren Bereich unter Äckern liegen.

Quelle: Lippisches Landesmuseum
Ein Grabhügel im Hiddeser Bent, Stadt Detmold. Im Wald erhalten sich die Hügel besser als auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und sind daher häufig noch gut erkennbar.
Quelle: Lippisches Landesmuseum
In den Hügeln wurden durchaus auch Steine verarbeitet. Sie wurden allerdings anschließend mit Erdreich zugedeckt, so dass der Eindruck entsteht, die Hügel bestünden nur aus Sand o. ä.
Quelle: Lippisches Landesmuseum
Archäologische Untersuchung eines Grabhügels im Leistruper Wald, Detmold, 1979. Weil bisher keine Siedlungen freigelegt wurden, liefern die Gräber die wichtigsten Informationen über die Bronzezeit.

Das Verschwinden vieler Hügelgräber – über die üblichen Gefahren für Bodendenkmäler

Noch heute gibt es tausende von Hügelgräbern in Nord- und Mitteleuropa. Allein in Dänemark hat man gut 20.000 gezählt. Viele befinden sich in Gruppen, die gemeinsam quasi große Friedhöfe bilden. Doch die Zahl der sichtbaren Grabhügel nimmt permanent ab. Hintergrund sind menschliche Aktivitäten. Überall, wo gepflügt wird, verschwanden die Hügel, weil die Äcker begradigt wurden. Der Straßenbau zerstörte viele Anlagen, egal ob groß oder klein. Auch die Waldwirtschaft ebnete viele Gräber ein, obwohl die Hügel im Wald noch eher erhalten sind. Daneben kam und kommt es immer wieder zu Plünderungen. „Schatzsucher“ durchwühlten die sichtbaren Grabhügel. Diese sogenannten Raubgrabungen sind nicht nur illegal, sie machen es Archäologen weitgehend unmöglich, die Hügel wissenschaftlich zu untersuchen.

Hügelgräber sind daher auch aktuell massiv bedroht. Als Wanderer sollte man sie daher ansehen, aber möglichst nicht „ablaufen“ – und plündern sollte man sie schon gar nicht. Spätere Generationen von Archäologen werden es zu schätzen wissen.